Musikerportraits

    Für mich war es der Start in die Fotografie und es wird immer eines meiner liebsten Themen bleiben – Musikerportraits.

    Ich selbst habe zwar in meiner Kindheit und Jugend mit diversen Kameras – unter anderem einer Kodak Instamatic – meine ersten Schritte in der Fotografie gemacht, dann allerdings das Interesse daran wieder verloren und einfach nur gelegentlich mit irgendeiner Point and Shoot Kamera fotografiert.

    Als ich Anfang 20 mit meiner Band quer durch Deutschland gezogen bin musste ich feststellen, dass es nur wirklich selten gute Fotos von uns und unseren Konzerten gab. Das war so um das Jahr 2004, als die digitale Fotografie anfing Fuß zu fassen und mit der Canon EOS 300D die erste brauchbare und bezahlbare digitale Spiegelreflexkamera am Markt war. Gewissermaßen aus dieser Not heraus habe ich erst wieder angefangen mich mit dem Thema Fotografie auseinanderzusetzen. In dieser Zeit habe ich mich viel mit Foto-Enthusiasten unterhalten und nach einem Umweg über Pentax dann zu einer Canon EOS 350D gefunden, die ich aus nostalgischen Gründen auch bis heute behalten habe.

    Meine ersten Gehversuche auf Konzerten

    Aus heutiger Sicht wundere ich mich manchmal darüber, dass ich damals überhaupt ein einziges brauchbares Foto geschossen habe. Ich habe meine 350D mit auf die Konzerte genommen und im Automatik-Modus einfach mal draufgehalten und mein Glück versucht. Das Kit-Objektiv mit einer Anfangsblende von ƒ3.5 bei 18mm und ƒ5.6 bei 55mm war eine Freude zum Fokussieren auf den dunklen Bühnen. Ganz zu schweigen vom unterirdischen Rauschverhalten, dass die Sensoren damals ab ISO 400 hatten. Aber der Anfang war gemacht und das Thema hatte mich gepackt. Ich wollte dranbleiben und bessere Fotos machen. Also wurde in besseres Equipment investiert. Ein 50mm ƒ1.8 Objektiv von Canon brachte sprichwörtlich Licht ins Dunkel. Die Fotos von den Konzerten wurden besser und besser, je mehr ich mich mit der Technik auseinandergesetzt habe und den Manuellen-Modus für mich entdeckt habe. Die logische Konsequenz war natürlich, dass die Fotos das Interesse der Musiker weckte und ich schon bald gefragt wurde ob ich nicht auch mal “Bandbilder” machen könnte.

    Die Portraits

    Damit hatte mich die Fotografie dann endgültig gepackt. Zum ersten Mal konnte ich nicht mehr nur auf das was auf der Bühne passierte reagieren, sondern konnte die Musiker anleiten, das Setting und das Licht bestimmen. Nach anfänglichen Gehversuchen nach dem gesetzten Klischee “Band vor Steinmauer” fing ich dann schnell an zu realisieren, dass ein Portrait sich nicht einfach mal so schnell in 15 Minuten machen ließ und es mit den Komponenten Licht, Setting und ein wenig Anleitung auch nicht getan war.

    Jemanden zu Portraitieren, heißt ihn kennenzulernen

    Ich glaube das Zitat habe ich aus einem Glückskeks. Zumindest laut meiner Notizen. Aber das realisierte ich dann auch, je mehr Portraits ich gemacht hatte. Ich bat also die Bands nicht mehr nur um 30 Minuten, sondern eher um eine Stunde oder zwei mit ihnen. Warum nicht einen ganzen Nachmittag? So konnte ich die Leute kennenlernen und sie auch davon überzeugen das “Band vor Steinmauer” ziemlich 90er und “Band im Wald” noch nie cool war.

    Manche Bands habe ich dann über Jahre begleitet und viele Portrait-Sessions mit ihnen für ihre Alben und Websites gemacht. Mehr und mehr habe ich den Reportage Charakter der Konzertfotografie wieder in die Portraits mit einfliessen lassen und habe so zu meinem eigenen Stil gefunden.

    Zurück zum Wesentlichen

    Nachdem ich nun auch schon einige Jahre nicht mehr viel mit Bands gearbeitet habe, hatte ich nun die Gelegenheit mit Daniel Hughes und seinen zwei Projekten Swingology und dem Daniel Hughes Trio endlich wieder Portraits zu machen, sowie die Aufnahmen im Studio und die Live Aufnahmen in der Bastion in Kirchheim zu begleiten.

    Mittlerweile dem Motto “Embrace the grain” folgend hat sich mein Stil stark verändert, aber ich habe sofort gespürt wie viel Spaß mir das Thema noch immmer macht und ich hoffe das sieht man auch den Fotos an.

    Das war nun die vermutlich längste Einleitung die ich je geschrieben habe, um euch ein paar Bilder zu zeigen. Viel Spaß damit und verpasst nicht das Release Konzert des Daniel Hughes Trio in der Bastion am 22. April 2017!